Alpenüberquerung 2018

Gemeinsam haben wir es geschafft!

Mit 5 Jugendlichen der AJH Ludwigsburg und der SopHiE Besigheim, 3 ehrenamtlichen Boschmitarbeitern und 3 pädagogischen Mitarbeitenden der Jugendhilfe haben wir gemeinsam die Alpen mit dem Fahrrad überquert.

Endlich war es soweit. Nach unzähligen Stunden der Vorbereitung, Trainings, Organisation und Fundraising ging es am 06.08.2018 endlich los. Voller Aufregung versammelten wir uns auf der Karlshöhe und fuhren Richtung Füssen.

Dort angekommen startete die erste Etappe. Mit einigen Höhenmetern und den ersten Erfahrungen in alpinem Gelände wurde der erste Tag zu einem der längsten. Gegen 20.00 Uhr erst  kamen wir ziemlich erledigt im Hostel in Ehrwald an und verbrachten unsere erste Nacht am Fuße der Zugspitze mit einem herrlichen Panoramablick.

Zur Gruppenfindung gehören auch Auseinandersetzungen und das passenderweise gleich am ersten Abend. Die Jugendlichen lernten dabei  Verständnis für den anderen und auch zu vergeben.

Zum Abendessen bestellten wir Pizza und saßen noch sehr gemütlich beisammen und genossen das Panorama.

Die folgenden Tage hieß es nun immer früh um 7.00 Uhr aufstehen, gemeinsam Frühstücken, Packen, Bus einräumen, Pausen besprechen und einige Stunden gemeinsam Fahrrad fahren. Mal mit mehr, mal mit weniger Mühe, aber immer mit Spaß.

Die ersten Tage Richtung Reschenpass auf der „Via Claudia Augusta“ waren landschaftlich einzigartig und von vielen Höhenmetern geprägt. Hier hatte jeder mit seinen eigenen Grenzen zu kämpfen. Die Gruppe lernte mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten umzugehen. Manche fuhren schnelle Geschwindigkeiten und lernten auf die Gruppe zu warten, die anderen waren langsamer unterwegs. Und so wurden alle an jedem Höhenmeter den man kämpfte stärker, innerlich wie äußerlich.  Immer wieder belohnte uns die wunderschöne Natur mit herrlichen Ausblicken. Nach jedem erfolgreichen Anstieg und Tag waren alle stolz auf die eigene Leistung, auf das Vollbrachte.

Die Nachmittage und Abende konnte man sich etwas zurückziehen, sein Fahrrad reparieren und sich um sich kümmern. Und wenn man Lust auf Gesellschaft hatte fand man immer Jemanden, der diese gerne mit einem verbrachte. Hierbei entstanden auch sehr gute und tiefgründige Gespräche untereinander. Abends wurde gemeinsam gegessen und noch lange beisammen gesessen, der Tag rekapituliert, Situationen ausgewertet und der kommende Tag vorbereitet.

Die Unterkünfte waren vom Komfort und ihren Bedingungen sehr unterschiedlich. Manchmal der Luxus von Doppelzimmern, meistens jedoch Mehrbettzimmer. Auch eine urige, sehr rustikale Alpenhütte war dabei.

Am anstrengendsten Tag mit knapp 1000 Höhenmetern durften wir ein besonderes Erlebnis miteinander teilen. Wir schliefen auf der höchsten Alphütte für Gäste in 1800 m Höhe. Sie hatte einen sehr rustikalen Charme und war geprägt von einem einfachen, harten Leben auf der Alp. Für warmes Wasser mussten wir Holz hacken und einen Ofen anfeuern, ebenso für ein gemeinsames Abendessen. Eine Fledermaus hat uns im Zimmer aufgesucht, der wir gemeinsam den Weg nach draußen ermöglichten. Belohnt wurden wir den ganzen Nachmittag und Abend mit einem der schönsten und verdientesten Ausblicke auf das Dreiländereck und das Tal hinab. Auch sammelten wir hier oben gemeinsam und doch jeder für sich einen Stein, der eine schwere Last symbolisieren sollte, die jeder gerne loslassen wollte.

Am nächsten Tag führte uns der Weg zum Reschensee. Hier ließen wir unsere Last im See zurück und fuhren nach dem Bestaunen des herrlichen Stausees befreit bergab. Dieser See entstand zu Gunsten der Wasserversorgung und so mussten das gesamte Dorf Gaun und ein großer Teil des Dorfes Reschen dem Stausee weichen. Einzig der Kirchturm ragt aus dem Wasser und erinnert an das Opfer, dass die Bewohner bringen mussten.

Die letzten beiden Tage ging es bei traumhaftem Wetter durch Italien bergab und wir wurden von der eindrucksvollen Kulisse mit vielen Burgen, Schlössern und Obstplantagen belohnt.

Alles in allem eine wunderschöne, lehrreiche und einmalige Tour bei der man seine eigenen Grenzen kennenlernen durfte, sie überschreiten konnte, viel lernte und Spaß hatte.

An dieser Stelle nochmal ein ganz herzliches Dankeschön an alle Unterstützer, Finanziers, Organisatoren und besonders an das Bosch-Team, die das Projekt ehrenamtlich unterstützt haben, ohne diese sehr gelungene Unterstützung wäre das Alpenüberquerungsprojekt nicht möglich gewesen.

Vielen Dank

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