Viele strahlende Gesichter

Allgemein | 09.05.2017

Buntes Fest trotz grauen Himmels

Fast war es beim Karlshöher Jahresfest wie immer: Die Rollstuhlfahrer rollten über die Wege und in die Häuser, die Musikliebhaber gönnten sich ein Konzert, Eltern entdeckten mit ihren Kindern den Schubkarrenparcours, die Parkplätze waren gefragt.

Es schien, als hätten die strahlenden Gesichter der Besucher die grauen Wolken weggeschoben, die am Sonntag auch über der Stiftung am Salonwald lagen. Es tat jedenfalls der harmonischen Stimmung keinen Abbruch, auch wenn die Spielwiese leer blieb und der Zirkus aus Menschen mit einer geistigen Behinderung unters Dach beim Reitstall umgezogen war. Annelen Schünemann, ehemalige Bewohnerin des Kinderheims der Karlshöhe, zeigte einen Puppenspielfilm, der auch unter ihrer Regie und mit Studenten der Hochschule für Bildende Kunst Dresden entstanden war und auf die Erfahrungen in Kinderheimen jener Zeit einging. Am Ende waren es um die 3000 Gäste, die auf die Karlshöhe gekommen waren, um mit der Karlshöhe das 141. Fest dieser Art zu feiern und die sich „Zur Freiheit gerufen“ fühlten, so das Jahresmotto der diakonischen Einrichtung in diesem Jahr. Wie gewohnt wurde die Jahrfeier mit mehreren Gottesdiensten begonnen und beschlossen, zum Ende predigte Dekan Winfried Speck in der Karlshöher Kirche zur Kantate, nein, nicht von J. S. Bach, sondern von Gottfried August Homilius „Wünschet Jerusalem Glück“. Wie sagte einer der Bewohner, als der Zirkus (und das Fest) zu Ende war? „S’Wetter war net so schee, aber mir hat’s trotzdem gfalla.“ Und mit diesem Eindruck war er wohl nicht alleine.

Von: Jörg Conzelmann

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