Gesichter voller Geschichten

Allgemein, Pressemitteilung | 06.04.2017

Demenzkranke und ihre Angehörige im Bild

Menschen mit Demenz zu porträtieren ist nicht einfach. Die Bewegungen und die Mimik der Protagonisten lassen sich nicht ohne weiteres so fotografieren, dass die Persönlichkeit im Bild auflebt. Die Bilder der Ausstellung Blickwechsel, die seit Mittwoch [5. April 2017] auf der Karlshöhe gezeigt werden, machen eindrucksvoll deutlich, dass es möglich ist.

In Zusammenarbeit mit der Tanz- und Theaterwerkstatt Ludwigsburg hat sich Rüdiger Schestag, Berufsfotograf und Dozent für Fotografie mit Atelier in Bad Cannstatt dieser Aufgabe gestellt. Und er hat ihr eine Dimension hinzugefügt: Die Angehörigen – die als Pflegende oft vergessen im Hintergrund bleiben – sollen mit ihren Angehörigen gezeigt werden, es sollte ein Familienporträt entstehen. Zu sehen sind jetzt zehn berührende Studien, die jeweils für sich die besondere Art der Beziehung zwischen Verwandten und Betroffenen zum Ausdruck bringen, ergänzt durch das Foto eines Objektes, das im Leben des Erkrankten eine besondere Bedeutung hatte: Spielfiguren, ein Hund, ein Fahrrad…Bei der Ausstellungseröffnung wurde bei der Einführung durch Katrin Temme, die an der Tanz- und Theaterwerkstatt für den Bereich Kultur und Alter verantwortlich ist, die Bedeutung des Entstehungsprozesses deutlich: „Das Miteinander von Fotograf und Fotografierten war für die Beteiligten sehr schön, sehr emotional.“. Der Fotograf selbst antwortete auf die Fragen der Gäste. Rüdiger Schestag hob hervor, wie wichtig es sei, unvoreingenommen in die Situationen hineinzugehen: „Wir haben keine Wertung vorgenommen und haben keine Vorgaben gemacht, sondern empfanden es als natürliche, selbstverständliche Situation. Die Gegenstände waren dabei eine Verbindung zur gemeinsam erlebten Vergangenheit.“

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