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Hilfen für Menschen mit geistiger Behinderung

Hilfen für Menschen mit geistiger Behinderung

Wohnangebote für Menschen mit geistiger Behinderung

Im Geschäftsbereich Hilfen für Menschen mit geistiger Behinderung leben z.Zt. in 11 Wohngruppen 165 erwachsene Frauen und Männer mit leicht geistigen, mittelgradigen bis schwer geistiger und mehrfacher Behinderungen.

22 BewohnerInnen sind inzwischen berentet und besuchen tagsüber die Seniorentagesgruppe. Weitere 20 BewohnerInnen werden im Ambulant Betreuten Wohnen begleitet.

Die Hilfen für Menschen mit einer geistigen Behinderung sind seit Juli 2011 zertifiziert (DIN ISO 9001:2015; zertifiziert durch ZertSozial, akkreditiert durch die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH [DAkkS])

Wir sind Mitglied im BeB

Die Behindertenhilfe sucht Verstärkung für den Bewohnerrat der Menschen mit Behinderung - gerne auch Ehrenamtliche! Menschen mit so genannten Handicaps und ohne sind gleichermaßen willkommen.
 

Was wären die Aufgaben?

  •  Protokoll schreiben bei Sitzungen
  • Regelmäßige Informationen und Änderungen bekannt geben
  • Zweimal im Monat ein Treffen mit uns Bewohnerbeiräten und manchmal eine Sondersitzung
  •  Einmal im Jahr treffen wir uns mit dem Angehörigenbeirat
  • Planung- und Mitgestaltung bei Festen (Jahresfest, Bewohnerfest Bewohnerfasching) 
  • Ausflüge für unseren Geschäftsbereich planen
  • Teilnahme mit uns an diversen inklusiven Tagungen (Bad Boll, Diakonisches Werk Stuttgart)
  • Jahresbericht mit uns gemeinsam erstellen

Was sollten Sie mitbringen?

  • Zeit & Lust mit uns gemeinsam aktiv zu sein 
  • Flexibel sein, auch mal in den Abendstunden

Was wir Ihnen bieten:

  • Eine erfüllte Ehramtstätigkeit im Kreis netter Menschen.

Wir freuen uns auf Sie/Dich!

Bei Interesse bitte Katrin Bärlin katrin.baerlin@remove-this.karlshoehe.de  (Ehrenamtsbeauftragte) oder Herr Winkler Jan.Winkler@remove-this.karlshoehe.de (Geschäftsbereichsleitung) kontaktieren.

Mehr über die Arbeit des Bewohnerrates erfahren Sie hier in einem Bericht der Karlshöher Mitteilungen.

Bericht in Standardsprache.

Bericht in Einfacher Sprache.



Rückblick

Die Aussagen des folgenden Interviews mit Diakon Jan Winkler beziehen sich auf den Zeitraum des Höhepunktes des COVID-19-Ausbruches auf der Karlshöhe. Dieser liegt nunmehr bereits längere Zeit zurück und der Fachbereich ist zurückgekehrt zur Normalität. Wir stellen das Interview dennoch weiterhin online, da es ein eingehendes Bild der Tragweite, der Betroffenheit sowie des Handelns der Karlshöhe zeigt. Nach wie vor fragen Bürger*innen nach diesen Ereignissen; wir lassen es deshalb als ein „historisches“ Dokument, als Momentaufnahme und seriöse Informationsquelle vorerst stehen.

Eine Meldung und ihre Geschichte (April/Mai 2021)

COVID-19-Ausbruch im Bereich Hilfen für Menschen mit geistiger Behinderung (HfmgB) auf der Karlshöhe

+++ Die Stiftung Karlshöhe Ludwigsburg ist in tiefer Trauer um drei Bewohner +++

 

Informationen von Diakon Jan Winkler, verantwortlicher Geschäftsbereichsleiter Hilfen für Menschen mit geistiger Behinderung (HfmgB)

Jan Winkler: Wir sind tief betroffen, dass drei Bewohner*innen im Krankenhaus in Ludwigsburg an den Folgen von COVID-19 verstorben sind. Diese Nachricht erfüllt uns mit großer Trauer. Ihnen und ihren Familien, Mitbewohnern, ihren Betreuern, ihren Freunden und Bekannten gilt unser tief empfundenes Mitgefühl. Wir möchten und können aus ethischen Gründen, aus Gründen der Pietät und des Datenschutzes nichts Näheres an dieser Stelle sagen.  Wir denken an Ihre Familien und an alle Menschen, die ihnen nahe stehen und schließen sie in unsere Gebete ein.

 

Wie geht es den anderen Erkrankten? 

Jan Winkler:  Wir halten Kontakt zu den Familien. Alle Mitarbeitenden und Bewohner nehmen großen Anteil. Wir hoffen und beten. Zwei Bewohner*innen werden noch im Krankenhaus stationär versorgt. Die Lage hat sich zum Glück entspannt. Derzeit sind 1 Mitarbeter*innen und 1 Bewohner*innen possitv getestet.  Alle Infizierten sind nicht im Krankenhaus, sondern in häuslicher Quarantäne und werden dort von den Hausärzten versorgt. Diese Erfahrung schweißt uns unglaublich zusammen, ich habe höchsten Respekt vor meinen Mitarbeitenden, ihrer Fachkompetenz, dem Zusammenhalt, dem Willen, sich für die Menschen mit Unterstützungsbedarf buchstäblich rund um die Uhr einzubringen! Was sie seit nunmehr über einem Jahr als Team leisten, im kräftezehrenden Abwehrkampf gegen dieses Virus, und dabei immer versuchen, den Alltag für die Bewohner unter Corona-Bedingungen bestmöglich zu gestalten, das ist bewundernswert und lässt sich in Worten überhaupt nicht ausdrücken. Das kann kein Mensch ermessen, der nicht selbst unter Pandemie-Bedingungen in einem solchen Bereich gearbeitet hat. Deshalb ist es so ein schwerer Schlag, dass wir nun doch den Verlust von drei Menschen beklagen müssen.

 

In den Sozialen Netzwerken tauchte die Frage auf, wie es möglich sei, dass trotz – kurz zuvor stattgefundener –  Impfung Menschen infiziert wurden? 

Jan Winkler: Eine Impfung gegen COVID-19 bietet keinen sofortigen Schutz, es musst sich erst eine erste Schutzwirkung innerhalb einer bestimmten Zeit aufbauen. Nach Aussagen des RKI vergeht hier eine gewisse Anzahl an Tagen. Dabei wird im ersten Impf-Schritt auch nur ein anteiliger Schutz erreicht. Erst durch die zweite Impfung – mit einem behördlich festgelegten zeitlichen Abstand – wird der volle Impfschutz erreicht. Bis dahin können sich Menschen sehr wohl infizieren. Das hat sich in unserem Fall auf eine tragische Weise überschnitten.
Die gesamte bisherige Corona-Pandemie über ist es unseren Mitarbeitenden gelungen, mit herausragendem Engagement, hohen Hygienestandards und enormer Disziplin die Pandemie-Bedrohung in Schach zu halten. Fast hätten wir es bis ins Ziel geschafft. Nun, da die ersehnten Mobilen Impfteams nach geraumer Wartezeit endlich auf der Karlshöhe zum Einsatz gekommen sind und Impftermine für die Menschen mit geistiger Behinderung möglich wurden, konnten wir diesen Ausbruch nicht verhindern, das ist unglaublich bitter.
 

Die Infektionen wurden rasch durch systematische Schnelltests entdeckt. Wie funktioniert das?

Jan Winkler: Grundsätzlich werden die Mitarbeiter im Bereich Hilfen für Menschen mit geistiger Behinderung (HfMmgB) zwei Mal wöchentlich schnellgetestet, die Bewohner ebenfalls zweimal wöchentlich, und zwar wurden sie das schon vor der Bundesverordnung - seit Schnelltests auf dem Markt verfügbar sind. Nach vollständiger Impfung (Zwei Termine) erfolgt nur noch einmal pro Woche ein Schnelltest als Verpflichtung. Es wurden stets zusätzlich tägliche Testungen angeboten bei Symptomen und bei Bedarf. Sobald eine Person positiv getestet ist in einer Wohngruppe, werden alle anderen Bewohner und Mitarbeiter dieser täglich getestet per Schnelltest. Sobald ein positiver Schnelltest vorliegt, wird dieser sofort ans Gesundheitsamt gemeldet und umgehend ein PCR-Labortest veranlasst. Bei jedem positiven Schnelltest ist unmittelbar die gesamte Wohngruppe in Quarantäne und die Mitarbeitenden arbeiten in Vollschutzkleidung. Es wird grundsätzlich immer mit FFP2-Masken gearbeitet.Bei Menschen mit einer Erkrankung und im bereits erwähnten Impf-Vollschutz testen wir weiter nach den gültigen Rechts-Verordnungen. Mittlerweile führen Ärzte in den betroffenen Wohngruppen Reihen-PCR-Testungen durch. 

 

Wie sind gerade die Zutrittsbedingungen zu den Häusern für die Mitarbeiter?

Jan Winkler: In die Wohngruppen kommt grundsätzlich kein Mitarbeiter ins Haus, der nicht einen negativen Schnelltest vorweisen kann. Auch Mitarbeiter, die im Urlaub und in Quarantäne waren, müssen einen Schnelltest machen. Die Quarantäne wird dabei nicht von der Karlshöhe aufgehoben, sondern vom Gesundheitsamt.
Auf der Karlshöhe gelten seit Beginn der Pandemie insgesamt sehr strenge Hygieneregeln, alle Mitarbeitenden erhalten regelmäßig (seit existent) Schnelltests, selbst im Büro- und Verwaltungsbereich sind medizinische Masken Pflicht und die AHA +L-Regeln strikte Vorschrift. Schutzmasken dürften überhaupt nur in Einzelbüros und bei geschlossener Tür abgelegt werden.
 

Warum wurden die Menschen mit geistiger Behinderung zum jetzigen Zeitpunkt geimpft?

Jan Winkler: Die Karlshöhe als Diakoniewerk hat sich frühzeitig mit aller Energie bemüht und ihren Bedarf angezeigt, die Mobilen Impfteams in ihre Geschäftsbereiche zu bekommen. Bereits ab Anfang Januar 2021 wurden die Personen der Prioritätsstufe 1 geimpft, die jetzt betroffenen Einrichtungen fallen in Prioritätsstufe 2, kamen also nach Stufenplan an die Reihe. Die Zeitfenster wurden vom Kreisimpfzentrum zugeteilt, innerhalb derer die Termine mit der koordinierenden Heimaufsicht vereinbart wurden.
 

Wie reagiert die Karlshöhe organisatorisch auf die Infektion?

Jan Winkler: Die Karlshöhe hat bereits Ende Februar 2020 einen Corona-Krisenstab eingerichtet, der tagesaktuell zusammentritt. Der Corona-Krisenstab koordiniert die Umsetzung des Karlshöher Pandemieplanes und reagiert unmittelbar auf Geschehnisse. Das Pandemie-Handbuch enthält umfassende Handlungsanweisungen während einer Pandemie, das alle betrieblichen Funktionen umfasst, Hygienestandards definiert und mögliche Szenarien und Handlungsanweisungen anhand von Flussdiagrammen darlegt. Die Geschäftsbereiche, beispielsweise auch HfMmgB, verfügen zusätzlich über eigene ergänzende Pandemiepläne und haben regelmäßig Lagebesprechung. Das Ziel ist der Schutz unserer Mitarbeitenden, der von uns betreuten Menschen sowie die Verhinderung der Ausbreitung der Infektion.  Dass dies in diesem Fall nicht verhindert werden konnte, zeigt nur, wie hochansteckend und gefährlich dieses Virus ist.

 

 

Die Stiftung Karlshöhe Ludwigsburg steht seit ihrer Gründung im Jahr 1876 für diakonisch-innovative Angebote und gelebte christliche Nächstenliebe. Im Jahr 1876 wurde das erste Kinderheim auf der Karlshöhe in Betrieb genommen. Rund 700 Mitarbeitende setzen sich ein für Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen, Seniorinnen und Senioren, Kinder und Jugendliche sowie für Personen mit besonderen sozialen Problemen und psychischen Erkrankungen. www.karlshoehe.de; https://www.facebook.com/karlshoehe; https://www.instagram.com/karlshoeheludwigsburg/

Ansprechpartner: Michael Handrick
Pressesprecher, Leiter Kommunikation
Mobil: 0170 4037808
Email: michael.handrick@remove-this.karlshoehe.de

Pressemitteilungen zu diesem Thema:

26.04.2021

29.04.2021

Jan Winkler 
Diakon