KARLSHÖHE
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Ehrenamtliche Lernbegleitung

Unterstützung beim Übergang zwischen Schule und Beruf

Individuelle Lernbegleitung für Jugendliche

Eine Chance für Jugendliche

Bestimmte Lebensumstände können ein Grund sein, dass ein Bedarf an persönlicher Unterstützung und Begleitung vorhanden ist. Ziel der Lernbegleitung ist es, die Schüler auf ihrem Weg zu einem guten Schulabschluss zu unterstützen und beim Übergang in die Ausbildung oder eine weiterführenden Schule zu begleiten.

Zielgruppe

Schülerinnen und Schüler

  • der allgemeinbildenden Schulen
  • im VAB, BEJ, BVJ und der BS

Die Aufgabe der ehrenamtlichen Lernbegleitenden

Der Lernbegleiter oder die Lernbegleiterin unterstützt einen Jugendlichen persönlich und setzt ihre/seine Erfahrung und Fähigkeiten ein, damit der Jugendliche seine Chancen auf einen guten Schulabschluss und damit auf einen Ausbildungsplatz erhöht. Dabei geht es praktisch um Trainieren von Wissen, Vermittlung von Methodenkompetenz, Weitergeben von Bewerbungstipps und dem Wissen, worauf es im Berufsleben ankommt.

Es handelt sich um eine Aufgabe für  Menschen, die gerne mit Jugendlichen arbeiten und bereit sind, sich auf deren Dynamik einzulassen, um ein Stück Weg gemeinsam zu gehen.

Wir suchen

Menschen mit Interessen eine verantwortungs-volle soziale Tätigkeit zu übernehmen und mit der Bereitschaft sich mit Ihren Kompetenzen einzubringen.

  • Sie sind möglicherweise im Vorruhestand und wollen eine neue Aufgabe anpacken.
  • Im Übergang zur Rente und suchen eine Möglichkeit sich zu engagieren.
  • Berufstätig  und haben Kapazitäten frei
  • Zu Hause und ihre Kinder sind erwachsen und Sie wünschen sich eine neue Herausforderung
  • Im Studium und wollen Erfahrung mit Jugendlichen sammeln

Mit Informationen, Schulungen und Beratungsgesprächen stehen wir Ihnen zur Seite.

Bei regelmäßigen Treffen können Sie sich mit anderen LernbegleiterInnen austauschen.

Mein Ehrenamt als Lernbegleiterin

Erfahrungsbericht aus einer Lernbegleitung

Bei einem gemeinsamen Gespräch im März 2019 mit Frau Kapffenstein lernte ich M. kennen, einen unbegleiteten minderjährigen Flüchtling aus Syrien. Er wurde in der Jugendhilfe der Karlshöhe betreut und besuchte - nach erfolgreich bestandener mittlerer Reife - die 11. Klasse eines Berufskollegs. Damit war schon viel erreicht, jedoch gab es Bedarf an Unterstützung in Mathematik.

Da ich mich schon immer gerne mit Mathematik beschäftigt habe, war mein Plan, mich jetzt als Rentnerin auf diesem Gebiet ehrenamtlich zu engagieren. Durch das „Projekt Ehrenamtliche Lernbegleiter“ der Kinder und Jugendhilfe Karlshöhe wurde das möglich und damit der Kontakt hergestellt und die Arbeit konnte beginnen.

Schon bald stellte sich heraus, dass M. noch viele andere Dinge beschäftigten, wodurch die Motivation zum Lernen verloren ging. Das Schuljahr näherte sich dem Ende und es wurde klar, dass M. nicht versetzt wurde. Eine Wiederholung des Schuljahres an dieser staatlichen Schule war nicht möglich. Was tun?

Von Anfang an haben M. und ich uns auch viel über Dinge außer Mathematik und Schule unterhalten. Dadurch lernten wir uns besser kennen und ich konnte ein bisschen verstehen, warum es ihm an Motivation mangelt. Als es dann keine Möglichkeit gab, das Schuljahr zu wiederholen, habe ich viel mit ihm darüber gesprochen, wie es weitergehen soll. Und dann hat er sich eigenständig mit viel Energie und Zielstrebigkeit bei einer Privatschule, die staatlich finanziert wird, anmelden können.

Das neue Schuljahr (11.Klasse) startete, das Lernen lief in allen Fächern recht gut. M. und ich lernten fleißig Mathematik. Seine Noten bei den Klassenarbeiten waren gut. Wir haben uns beide sehr darüber gefreut.

Dann kam Corona. Was nun?

Wir beschlossen mit Hilfe eines Messenger Dienstes weiter zu machen. M. schickte mir Fotos der Aufgaben, die er gelöst hatte, ich schaute es mir an und gab ihm Rückmeldung. Das lief erstaunlich gut, sodass wir damit die Zeit bis zum Schuljahresende überbrücken konnten.

Im neuen Schuljahr (12. Klasse) lernte M. dann eigenständig Mathematik. Ich spürte seine Motivation, den Abschluss der 12. Klasse zu schaffen.

Wir hatten weiterhin Kontakt via Messenger Dienst und haben uns über vieles aus unserem Alltag unterhalten. Eines Tages bat er mich um Rat bei seiner Projektarbeit im Fach Gemeinschaftskunde. Ich konnte ihm auch da ein paar Hinweise geben.

Inzwischen ist auch dieses Schuljahr zu Ende und M. hat sein Fachabitur geschafft. Ich freue mich sehr für ihn.

Damit ist mein Ehrenamt als Lernbegleiter für M. abgeschlossen. Es war für mich - trotz mancher Situation, wo man dachte, es geht nicht mehr weiter - eine sehr schöne und bereichernde Erfahrung. Dazu beigetragen hat auch die Unterstützung der Mitarbeiter der Karlshöhe, sei es als Ansprechpartner oder dass man immer Räume zum Lernen zur Verfügung hatte.

Der Kontakt zu M. bleibt wir werden uns ab und zu nun einfach so treffen.

Kontakt:

Iris Exner-Kapffenstein
Gartenstr. 15
71638 Ludwigsburg

Tel. 07141 29 80 800
Handy 0176 102 441 74
iris.kapffenstein@remove-this.karlshoehe.de

Projektträger:

Kinder- und Jugendhilfe Karlshöhe Ludwigsburg