Das Studienwohnheim bietet Raum

Die Konzeption des Studienwohnheims

WohnRaum

- Wohlfühlort
- Lebensort
- Gestaltungsort
- Heimat
- Meins

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GemeinschaftsRaum

- Kommunikation
- Konflikte
- Miteinander - Alleine
- Unterstützung
- Beziehung gestalten

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Lern- und StudierRaum

- Studieren
- Lernen
- Unterstützen
- Disziplin
- Miteinander

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GlaubensRaum- spiritueller Raum

- Eigenen Glauben leben
- Glaubensformen teilen
- Unterschiede wahrnehmen
- Diskurs
- Interreligiösen Dialog führen

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RückzugsRaum

- Alleine sein
- Nähe & Distanz leben
- Seele baumeln lassen
- Ich sein

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AlltagsRaum

- Alltag organisieren
- Müll, Sauberkeit, Ess
  -Kultur, Ordnung, Regeln
- Anforderungen von
  Außen (Kehrwoche...)

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WohnRaum

Einen Ort zum Wohnen, zum Leben, zum Wohlfühlen und um ein Stück Heimat zu finden – das brauchen wir Menschen. Das Studienwohnheim stellt deshalb Studierenden der EH Ludwigsburg möblierte Einzelzimmer und Doppelzimmer sowie Appartements/Kleinwohnungen zur Verfügung. Besonders im Blick sind dabei die jungen Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben sich in das Amt der Diakonin, des Diakons der Evang. Landeskirche in Württemberg berufen zu lassen. Auf dem Weg zu buntem und inklusivem Wohnen stellt das Studienwohnheim auch Plätze für FSJ, Azubis und BFD, die bei der Karlshöhe Ludwigsburg arbeiten zur Verfügung. Auch Menschen mit Assistenzbedarf (z.B. mit einer geistigen Behinderung) werden Zimmer -soweit möglich- mitten in den studentischen WGs zur Verfügung gestellt.

Das Zimmer kann zum selbst arrangierten, ganz persönlichen Lebens- und Wohlfühlraum gestaltet werden. Dies geschieht im Rahmen der gültigen Richtlinien. Das Studienwohnheim stellt dazu folgende Möbel i.d.R. zur Verfügung: einen Schrank, ein Bett incl. Matratze, einen Schreibtisch, einen Stuhl und ein Regal.

Damit die Kommunikation mit Freunden, Familie und Mitstudierenden sowie das Lernen gut möglich sind gibt es i.d.R. in jeder WG einen selbst organisierten Internetzugang über ein W-LAN und das gemeinschaftliche Telefon.

Als Gemeinschafs- und Lebensort dient jeder Wohngemeinschaft die gut ausgestattete Küche. Hier kann gekocht, gegessen, diskutiert, gestritten und der Alltag miteinander gestaltet werden. Gemeinschaftsdusche/Bad und WC runden das Angebot ab. In der Küche sind ein Grundbestand von Schüsseln, Töpfe, Pfannen, Geschirr sowie Besteck vorhanden, so dass nach dem Einzug sofort losgekocht werden kann. Für das Sauberhalten stehen Staubsauger, Besen und sonstige Reinigungsgeräte zur Verfügung.

Neben dem eigenen Zimmer bietet die gesamte Wohngemeinschaft die Möglichkeit ein Stück Heimat auf Zeit an einem lebenswert erlebten „Wohn“ort zu werden. Grundsätzlich gilt für uns: Wir nehmen die persönliche Würde und die Grenzen von uns selbst und anderen achtsam wahr und gehen verantwortlich und angemessen mit dem eigenen und fremden Bedürfnis nach Nähe und Distanz um.

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GlaubensRaum - spiritueller Raum

In der Wohngemeinschaft treffen junge Menschen mit ganz unterschiedlichen Glaubens- und Lebensentwürfen aufeinander. Wichtige Erfahrungen sind möglich, wenn der eigene Glaube mit seinen Ausprägungen und die eigene Lebensvorstellung ins Spiel gebracht werden. Offenheit anderen Ausprägungen (ggf. auch anderen Religionen) gegenüber soll dabei erprobt und eingeübt werden. Ein impulsreicher Diskurs im Spannungsfeld zwischen eigener und (bisher) fremder Glaubensäußerung soll entstehen. In der Auseinandersetzung mit anderen Glaubensprägungen und Religionen wird die Sprachfähigkeit für den eigenen Glauben, die Toleranz und Offenheit Andersglaubenden gegenüber gefordert und gefördert. Manchmal geschieht dies in konflikthaften Auseinandersetzungen. Mitunter kann es auch zu Krisen bei Einzelnen oder in einer Wohngemeinschaft kommen. Hilfestellung geben dabei nach Bedarf die Mitarbeitenden des  Studienwohnheims durch Krisenintervention, Beratung und Seelsorge.

Die unterschiedlichsten, selbst organisierten Gemeinschaftsformen (Hauskreise, Lobpreisabend, Diskussionsrunden…) sowie die Hochschulgemeinde ermöglichen den Glauben in Unterschieden miteinander zu feiern. Der Andachtsraum im Paulusweg 4 lädt dazu ein die Seele baumeln zu lassen. Daneben dient er auch als Raum für die unterschiedlichen Gemeinschaftsangebote.

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GemeinschaftsRaum

Als Gemeinschaftswesen sind wir auf ein „Du“ angelegt.  Die Wohngemeinschaften geben die Möglichkeit diese Gemeinschaft in unterschiedlichsten Ausprägungen zu leben. Gemeinsam kochen, feiern (Geburtstag, bestandene Prüfung…), singen, spielen, Urlaub organisieren, Sport treiben, diakonisch handeln; das sind nur einige der Möglichkeiten, die das Studienwohnheim und die Stiftung Karlshöhe als umgebender Sozialraum bieten.

Unterschiedliche Menschen, mit und (scheinbar) ohne Einschränkungen in all ihrer Vielfalt sollen innerhalb der WGs und auf dem Gelände sich näher kommen und Leben miteinander teilen. Diese Chance nutzt das Studienwohnheim u.a. im Projekt „Studienwohnheim Inklusive“, welches das selbstverständliche Miteinander unterschiedlichster Menschen zum Ziel hat. Hierbei werden Barrieren beseitigt indem unterschiedliche Lebenswelten miteinander vertraut gemacht werden.

Andachtsraum, Kneipe, das großzügige Gelände, die Begegnung mit Menschen aus den verschiedensten diakonischen Arbeitsfeldern der Karlshöhe Ludwigsburg bieten darüber hinaus einen guten und hilfreichen Rahmen. Weil Gemeinschaft nur in der Begegnung von sich selbst bewussten Menschen stattfinden kann, ist die Balance zwischen Nähe und Distanz, die Kenntnis der eigenen Ressourcen und Grenzen ein wichtiges Erfahrungs- und Lernfeld.

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Rückzugsraum

In einer Wohngemeinschaft besteht die Möglichkeit sowohl in der Gemeinschaft aufzugehen, als auch in Einsamkeit zu versinken. Das eigene Zimmer und die für alle offen stehenden Gemeinschaftsräume im Paulusweg 4 bieten Rückzugsraum. Von diesen geschützteren Räumen aus kann eingeübt werden, wie viel Gemeinschaft und Miteinander jede und jeder braucht und wie viel Alleine sein und Rückzug benötigt wird. Die richtige Balance zu finden zwischen Miteinander und bei mir selber sein, ist ebenfalls ein wichtiges Lernfeld, das Impulse im Umgang mit Arbeit und Freizeit (Work-Life-Balance) für die spätere Berufstätigkeit geben kann.

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Lern- & StudierRaum

Literaturstudium, Hausarbeiten, Referate vorbereiten, Bachelor-Thesis verfassen – all dies geschieht zu einem großen Teil im eigenen Zimmer sowie in der Wohngemeinschaft. Dazu braucht es den passenden Raum, die entsprechenden Möbel und genügend Ruhe und Lernatmosphäre. Gegenseitiges Unterstützen beim Austausch am Küchentisch über Fachthemen, Hilfe beim Erstellen von Referaten, einander zuhören und widersprechen sowie dieselbe Lernsituation - all dies schafft einen produktiven und hilfreichen Lern- und Studienraum in der Wohngemeinschaft. Semesterübergreifende Beratung und Hilfestellung sind durch die gemischte Belegung in den Wohngemeinschaften möglich.

Zum gemeinsamen Lernen gehört auch, sich für das Gemeinwohl im Studienwohnheim einzusetzen, eigene Ideen einzubringen, für die eigenen Rechte einzustehen und gemeinsam mit den Mitarbeitenden des Studienwohnheims nach Kompromissen zu suchen. Dies geschieht im Studienwohnheimausschuss, in dem aus jeder Wohngemeinschaft einE VertreterIn Sitz und Stimme hat.

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AlltagsRaum

Müll wegbringen, Geschirr spülen, saugen, wischen, …. der „Alltag“ wird in der Wohngemeinschaft gemeinsam geregelt. Dabei kommt es unweigerlich auch zu Auseinandersetzungen. In den Interaktionsprozessen gemachte Erfahrungen sind wichtige Bausteine für die Selbst- und Sozialkompetenz. Gelungener Transfer gelernten Wissens aus Vorlesungen und Seminaren bereichert die entstehende Profession. Das eigene Spektrum an denkbaren Lebensentwürfen wird durch kennenlernen anderer Lebensentwürfe erweitert. Konfliktfähigkeit und Streitkultur wird eingeübt. Bei der Organisation von Einkauf, gemeinsamen Aktionen und Festen erfolgt immer wieder die Klärung der eigenen Bedürfnisse. In Aushandlungsprozessen werden hilfreiche Umsetzungswege für die eigenen und fremden Bedürfnisse gesucht und gefunden.

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Geschichte des Studienwohnheims

Von Anfang an (1876) gehörten Glaube, Leben, Arbeit und Ausbildung im Leben der „Brüder“ (Diakone) auf der Karlshöhe untrennbar zusammen. Dieses Prinzip wurde bis Anfang der 70er Jahre durch eine Wohnpflicht, durch ein klar geregeltes gemeinsames Leben und selbstverständliche Arbeitseinsätze in den verschiedensten Bereichen der Karlshöhe aufrechterhalten. Ab ca. 1970 wurde aus dem verpflichtenden ein freiwilliges Wohnangebot, aus dem streng reglementierten geistlichen Leben, freiwillig gestaltete Schulgemeinde und das gemeinsame Arbeiten für die Karlshöhe nahm zeitgemäß immer mehr ab.

Heute richtet sich das Wohnangebot vor allem an StudienbeginnerInnen. Vorrangig wohnen Studierende der Studiengänge RP-GP/SA und DW/SA, der „DiakonInnen-Ausbildung“ im Studienwohnheim.

Seit 2014 buchstabiert das Studienwohnheim im Projekt „Studienwohnheim Inklusive“ mit, was buntes und inklusives Wohnen bedeuten könnte. Dies geschieht u.a. durch eine WG im Altenpflegeheim sowie durch Wohnmöglichkeiten, bei denen Studierende mit Menschen mit Assistenzbedarf (z.B. mit einer geistigen Behinderung) zusammen leben. Auch FSJ, BFD und Azubis, die bei der Karlshöhe wohnen gehören inzwischen mit zu den BewohnerInnen des Studienwohnheims.

Das geistliche Angebot der Hochschulgemeinde wendet sich an alle Studierenden und Lehrenden und alle anderen BewohnerInnen des Studienwohnheims. Für die Hochschulgemeinde gibt es eine eigene Konzeption.

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Rechtliche Aspekte

Die rechtliche Grundlage für Studienwohnheim und Hochschulgemeinde ist die „Verordnung des OKR über die Ausbildung von Diakoninnen und Diakonen auf der Karlshöhe Ludwigsburg“ vom 12.10.1999. Dort heißt es in § 6:

„(1) Gemeinschaft gehört zur Gestalt der Ausbildung zum Diakonenamt wie seines Dienstes. Die Offenheit füreinander, das gemeinsame geistliche Leben, die gegenseitige Begleitung und Unterstützung sind wesentlicher Bestandteil der Vorbereitung auf den Dienst der Diakonin und des Diakons und kennzeichnen dessen Ausübung. Die Bereitschaft, sich mit eigenen Gaben an dieser Gemeinschaft zu beteiligen, ist Voraussetzung für die Aufnahme in die Ausbildung zum Diakonenamt.

(2) Das gemeinsame Leben der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Ausbildung zum Diakonenamt wird von der Stiftung Karlshöhe gefördert. Dies geschieht insbesondere durch das Studienwohnheim und die Angebote des Karlshöher Diakonieverbandes und seiner Fachgruppen. ...

(4) Das gemeinschaftliche Leben der Studierenden, die zum Diakonenamt ausgebildet werden, ist verbunden mit dem Leben der Studierendengemeinde der Evangelischen Fachhochschule Reutlingen-Ludwigsburg und der Karlshöher Gemeinde.“ [1]

Darüber hinaus gibt es einen Vertrag zwischen Karlshöhe und Landeskirche vom August 2014. Dort heißt es:

§ 2 Aufgaben der Stiftung Karlshöhe und des Karlshöher Diakonieverbands in der Ausbildung zu den Berufen im Diakonat
(1)     Die Landeskirche beauftragt die Stiftung Karlshöhe, bei der Ausbildung zu den Berufen im Diakonat Mitverantwortung für die Entwicklung diakonischer Identität und die geistliche Dimension des Diakonats im Sinne ihres Stiftungszweckes nach § 1 Absatz 2 der Stiftungssatzung zu übernehmen.

(2)     Ihr werden daher folgende hoheitliche Aufgaben der Landeskirche übertragen:

1.       Betrieb, Leitung und inhaltliche Gestaltung eines Studienwohnheims mit bis zu 120 Plätzen für die Studierenden der Evang. Hochschule Ludwigsburg,

§ 3 Zuschuss der Landeskirche
(1)     Die Stiftung erhält im Rahmen der Wahrnehmung ihrer kirchenhoheitlichen Aufgaben  einen jährlichen Zuschuss der Landeskirche  in Höhe von

1.   Euro 52.000,00 zweckgebunden für die Leitung und inhaltliche Arbeit des Studienwohnheims mit bis zu 120 Plätzen.

 



[1] „Verordnung des OKR über die Ausbildung von Diakoninnen und Diakone auf der Karlshöhe Ludwigsburg“ § 6

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Struktur des Studienwohnheims

Studienwohnheim: Dem Studienwohnheim stehen derzeit auf dem Gelände der Stiftung Karlshöhe insgesamt 7 Häuser teilweise oder ganz zur Verfügung. Darüber hinaus sind 10 Wohnungen in der Jägerstraße, eine in der Wichernstraße, eine in der Geschwister-Scholl-Straße 27, eine in der Wilhelm-Nagel-Straße 17 und eine im Haus am Salon für das Studienwohnheim angemietet. Das Zimmerangebot ist z.Zt. folgendermaßen strukturiert: 131 Einzelzimmer, 6 Appartements bzw. Kleinwohnungen mit Kochgelegenheit und Bad, sowie 5 Doppelzimmer (= 10 Plätze). Dies ergibt insgesamt 147 Plätze. Diese verteilen sich auf 28 Wohngemeinschaften, jeweils mit einer BewohnerInnenzahl zwischen 3 und 12 Studierenden (im Schnitt 5-7). Über die Hälfte der Zimmer ist mit Waschbecken ausgestattet.

Jede Wohngemeinschaft verfügt über eine voll ausgestattete Küche, die i.d.R. auch als der zentrale Gemeinschaftsraum genutzt wird. Waschmaschinen und Gefrierschränke stehen fast in jedem Haus zur Verfügung. Bad, WC, ggf. auch ein weiterer Gemeinschaftsraum sowie Fahrradgarage, Keller und in begrenzter Anzahl auch Stellplätze auf dem Parkplatz komplettieren das Wohnangebot.

Darüber hinaus bietet das Studienwohnheim im zentralen Paulusweg 4 einen Andachtsraum, einen Fernsehraum, einen Gesprächsraum, einen Gemeinschaftsraum, eine Küche zum gemeinsamen Kochen und eine Teeküche / Arbeitsraum (zur Erstellung von Hausarbeiten, Thesis… außerhalb der WG) sowie WCs. Im Brüderhaus ist der BrüderBräuKeller, die StudentInnen-Kneipe untergebracht, die von Studierenden unter Begleitung des Studienwohnheimleiters selbst verwaltet wird.

Hochschulgemeinde:

Die Hochschulgemeinde wird von der Leitung der Hochschulgemeinde (gleichzeitig Studienwohnheimleitung) und dem Hochschulgemeinderat (Interessierte Studierende aus allen Semestergruppen) gemeinsam geleitet. Veranstaltungsorte sind vorwiegend die Räumlichkeiten des Paulusweg 4 sowie Gebäude C der Hochschule. Das Programm wird jeweils für ein Semester im Voraus geplant und über einen Flyer allen Studierenden, Lehrenden, Mitarbeitenden und sonstigen interessierten Menschen bekannt gegeben.

Grundlage der Arbeit des Hochschulgemeinderates ist die Hochschulgemeindeordnung vom 01.09.2004 / Jan. 2011

 

Finanzierung

Das Studienwohnheim finanziert sich zum größten Teil aus den Mieteinnahmen der Studierenden und dem Zuschuss der Evangelischen Landeskirche Württemberg.  Ohne diesen Zuschuss  wäre  ein Betrieb in dieser Form nicht möglich.

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